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Dinge über Australien

  • Es herrscht Linksverkehr
  • Aber es gilt Rechts vor Links
  • Australien benutzt das metrisches System
  • Je größer die Geldmünze, desto weniger wert
  • Alkohol gibt es nur in speziellen Läden
  • Internet-Flatrates sind unbekannt
  • Diesel ist etwa 10% teurer als Benzin
  • Einige Highways bestehen aus Sand (Fraser Island)
  • Jamba heißt Jamster
  • Die Türknöpfe drehen in die falsche Richtung zum Öffnen
  • Burger King heißt hier Hungry Jack’s
  • Es gibt bei McDonalds einen Quarter Pounder
  • Jede Steckdose besitzt einen Schalter
  • Trinkgelder gibt man üblicherweise nicht
  • Die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen beträgt 110 km/h
  • Restaurants, die keine Lizenz besitzen, dürfen keinen Alkohol ausschenken.
  • BYO steht für “Bring your own” und bezieht sich auf den Alkohol, den man sich ins nicht lizenzierte Restaurant mitbringen kann

Rückflug

DSC_1863 Das Taxi holte uns um 11:45 vom Hotel ab und brachte uns direkt zum Brisbane International Airport. Das ganze Einchecken zieht sich ewig und nach genausten Sicherheitskontrollen waren wir irgendwann im Flieger, einer 777-200 der Singapur Airways. So hatte jeder wieder sein persönliches Enteraiment-System und ich habe die etwa 9 Stunden Flug Filme wie Iron Man, Kung Fu Panda und ein paar Simpsons-Folgen vertrieben. Der Flug verlief problemlos, das Essen war akzeptabel und die alle gleich aussehenden DSC_1871 Stewardessen waren freundlich und zuvorkommend.

In Singapur hatten wir etwa 4 Stunden Aufenthalt, Zeit die man sehr gut für ein paar Einkäufe im Flughafen verbrauchen konnte. Drei Flaschen Smirnoff sind es bei mir geworden, muss sich ja was mit nach Hause mitnehmen.

Der Flug von Singapur nach Frankfurt, Abflug um 23:50 Ortszeit, diesmal mit einer 4-strahlingen Boeing 747, war ebenfalls nicht mit Lufthansa sondern mit DSC_0010 Singapur Airways. Das hat wieder den Vorteil des besseren Unterhaltungsprogramms und so habe ich mir diesmal ein paar deutsche Filme angesehen. Wie auch auf dem vorherigen Flug hatten wir wieder Sitzplätze am Notausgang, also ulimative Beinfreiheit. Die Sitze waren trotzdem eng und unbequem, kein Vergleich zu dem IC, mit dem ich gerade fahre. Die meiste Zeit des etwa 12-stündigen Flugs verbrachte ich mit schlafen oder zumindest dem Versuch.

DSC_0070 Die Landung in Frankfurt, nach einem kleinen Frühstück, erfolgte um etwa 5:40 Ortszeit. Nachdem wir dann unser Gepäck eingesammelt hatten und ohne auch nur eines Blickes gewürdigt zu werden, durch den Zoll gekommen sind, hab ich den nächsten Zug nach Paderborn genommen… ICE mit WLan nach Köln und von dort aus weiter nach Hamm, indem ich mich gerade befinde. Gegen 11 Uhr bin ich dann wieder in Paderborn.

Brisbane, 2. und 3. Tag

CSC_0089 Ok, Schande über mein Haupt, aber zum Australia Zoo hatte ich einfach keine Lust. Ein Tag Ruhe von der Familie ist es jedenfalls wert und so konnte ich ausschlafen, dank Ohrstöpseln nichtmal vom Autolärm geweckt. Der Zoo war übrigens mit 40$ pro Kopf richtig teuer… und ich habe quasi nichts sinnvolles währenddessen gemacht. Bin kurz zu Fuß Einkaufen gegangen und sonst nur die Ruhe genossen… aber ich will euch nicht die Fotos vorenthalten, die Fattern geschossen hat.

Am dritten und letzten Tag in DSC_1829 Brisbane fuhr uns der Bus wieder in die Stadt. Am Ausgangspunkt, der Queens Street gingen wir wieder in den botanischen Garten, der doch etwas interessanter war wenn man sich mehr Zeit lässt. Wir entdeckten etwas später dann eine Fährstation, von der wir mit dem Schiff (auch Teil der ÖNPV) ein wenig durch die Stadt gefahren sind um später an der South Bank auszusteigen. Dort befindet sich eine der drei Universitäten von Brisbane, direkt an einer künstlich angelegten DSC_0092 Lagune, der “Streets” Beach. Zum Verständnis sei gesagt, das Langnese in  Australien Streets genannt wird. Also ist an der Uni der Langnese Strand, der im Sommer vermutlich Tummelplatz vieler Studenten ist. Neben dem Strand befinden sich noch mehrere kleine Cafés und Bars am Ufer des Brisbane Rivers, so dass sich die South Bank als idealer Platz zum Studieren erweist. Und so landeten wir auch bei einem Chinesen, wo wir zu Abend gegessen haben.

DSC_0165Nicht wirklich weit vom Hotel entfernt, entschieden wir uns, zurück zu laufen, ein paar Meter am Fluss entlang und dann querfeldein zur nächsten Hauptstrasse. Und dort angekommen ging es wieder ans Packen, denn unser Flieger geht morgen um 14 Uhr nach Singapur… und im nächsten Beitrag sind noch ein Paar weitere Fotos!

DSC_1660 Australien ist, trotz der Größe, zugtechnisch unterentwickelt. Es gibt zwar ein paar Strecken kreuz und quer durchs Land, aber diese sind etwa so kurvig wie die Straßen, neben denen sie verlaufen. Deswegen dauert unsere Reise von Cairns nach Brisbane (1600 km) 30 Stunden, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit unter 60 km/h entspricht. Immerhin mussten wir nicht umsteigen, wohin auch, wenn man auf den einzigen Gleisen weit und breit fährt. Wir sind in Cairns um etwa 9 Uhr losgefahren und in Brisbane am nächsten Tag um 16 Uhr angekommen. Leider war dies noch nicht das schlimmste. Zwar hatte der Zug ein Bistro und eine Art Aufenthaltswagen, wo ich dank Steckdosen sogar meinen (keine 30 Stunden aushaltenden) MP3-Player aufladen konnte, aber der Zug ist in Australien definitiv das DSC_1710 Transportmittel 3. Wahl. Ein Flug, der nur minimal teurer gewesen wäre, hätte 2 Stunden gedauert und selbst mit dem Auto wären man 6 Stunden schneller. Aber das beste kommt noch: Neben uns befanden sich im Zug nur Rentner und Hillbillies… Das jene öfter mit dem Zug fahren müssen, belegen die flohverseuchten Sitze im Zug, wie ein nicht näher genanntes Familienmitglied erfahren musste. Hatte irgendwie was von St. Larence…

Aber jede Zugfahrt hat ein Ende und so waren wir endlich im Kangaroo Point DSC_1768 Hotel in Brisbane. Brisbane ist mit über einer Millionen Einwohnern eine der größten Städte in Australien und hat einige Besonderheiten, wie ich am nächsten Tag erfahren konnte. Aber den Abend vorher waren wir in einer echten italienischen Pizzeria mit annähernd autentischer Pizza in der Nahen Umgebung. Wenn wir die Kompromisse an Australische Essgewohnheiten wie “Pizza Meatlovers” wohlwollend übersehen, könnte man meinen, man befände sich zuhause in Italien :).

Für den nächsten Tag stand ein Besuch in der Innenstadt an. Da wir ohne Auto DSC_1775 waren, sind wir mit dem Bus gefahren. Und das ist auch gleich die erste Besonderheit, Melburne hat die Strassenbahn, Sydney ein ausgebautes Zugnetz, aber Brisbane hat nur Busse, die auf eigenen Strecken, auf denen kein einziges Auto ist, durch die Stadt fahren. Eine Variante des ÖPNV, die mir bisher noch nirgends untergekommen ist…

DSC_1811 Die Fahrt endete in einem riesigen Busbahnhof unter der Queens Street. Man steigt dann direkt in einer riesiegen Mall aus, mit entsprechend großen Food-Court und unzähligen kleinen und großen Geschäften. Ansonsten hat Brisbane noch eine “alte” Stadthalle aus dem frühen 20. Jahrhundert mit dem angeblich größten Sandsteinturm der Welt. Beides konnte man umsonst besuchen um auf dem Turm einige Fotos zu machen. Leider war die Umgebung mit Wolkenkratzern vollgebaut, so dass man nicht wirklich einen tollen Ausblick hatte.

Nach ein paar Stunden in der Stadt sind wir dann weiter zum botanischen Garten, der auf einer Landzunge am BrisbaDSC_1807 ne River liegt. War ganz nett, nichts besonderes und da es auch wieder dunkel wurde, sind wir zurück ins Hotel gefahren um zu Abend zu essen. Unsere Wohnung ist diesmal leider etwas kleiner ausgefallen als jene in Cairns und ich muss auf einem Klappbett im “Wohnzimmer” schlafen. Die Bausubstanz ist wie üblich schlecht und es zieht wie Hechtsuppe. Auch die nahe Hauptstraße ist extrem laut, und dass obwohl ich eigentlich sowas gewohnt bin, da ich in Lage 19 Jahre mein Fenster direkt an der Strasse hatte.

Cairns, 3. bis 5. Tag

DSC_1598 Der dritte Tag in Cairns war relativ unspektakulär. Nachdem ich lange geschlafen und gefrühstückt hatte, sind meine Eltern mit meinem Bruder zu den Flying Doctors gefahren um sich das ganze mal anzusehen. Ich habe dankend drauf verzichtet und bin erst später mit in die Stadt gefahren. Diesmal hatte das Einkaufszentrum am Bahnhof sogar geöffnet. Jedes Einkaufszentrum, was ich bisher in Australien besucht hatte, besaß einen riesigen Foot-Court, wo neben McD auch mind. 10 andere Fast-Food Ketten saßen. Viel ausgeprägter als in Deutschland.

DSC_1618 Ein paar Stunden in der Stadt, wovon ich auch ein wenig Zeit darauf verbracht habe, einfach die Menschen zu beobachten, festigten den Eindruck einer Touristenmetropole. Viele junge Menschen, auch einige Deutsche, die in den vielen Backpacker-Hotels günstig übernachten. Etwas von Wild-West Flair hat Cairns auch. Aber irgendwann wird es dann auch langweilig.

Der dritte Tag endete früh, denn am nächsten Tag stand ein Ausflug mit dem DSC_1626Boot an, ans Great Barrer Reef um dort zu tauchen. Morgens früh am Hafen gingen wir an Board eines größeren, hochseetauglichen Katamarans. Neben uns waren noch etwa 50 Leute da. Das Boot war größer und luxuriöser, als jenes, auf dem wir zu Fraiser Island gefahren sind. Nach etwa 20 Minuten auf See wurde auch klar warum. Im Gegensatz zur letzten Fahrt gab es hier ziemlich hohe Wellen und das Boot nahm jede spürbar mit. Gut, dass ich die Tablette gegen See-Krankheit genommen habe. So stark hatte ich es nicht erwartet.

PIC_0012 Nach etwa 50 Kilometern auf dem Meer kamen wir an unser Ziel, wo wir ankerten und unsere Ausrüstung bekamen. Als “Certified Diver” ohne Nachweis durften wir nur mit Tauchlehrer von Board, aber immerhin nicht mit den Newbies, die noch nie eine Taucherbrille gesehen haben. Schon kurz nach der Ankunft waren wir im Wasser und tauchten im Meer unter. Die Tiefe von 15 Metern war nicht wirklich groß, habe in meinem Leben schon ein paar Meter mehr geschafft, aber das spielt keine Rolle, denn es gab genug zu sehen.

Nach einer kurzen Gewöhnung an die Technik und die ungewohnte Umgebung,  schließlich ist mein letzter Tauchgang 6 Jahre her, konnte ich mich auf die Umgebung konzentrieren. Das Riff war stark bewachsen und es wimmelte von Fischen. Da wir eine Kamera ausgeliehen hatten, gibt es ein paar Fotos. Leider ist es ziemlich schwierig unter Wasser zu Fotografieren. Der Grünstich auf den Bildern beweist es, auch wenn es unter Wasser nicht so grün wirkt wie auf dem Foto. Auch war die Kamera nicht die Beste. 45 Minuten unter Wasser zeigten ein paar interessante Einblicke ins Riff, sogar eine Schildkröte kam uns vor die Brille.

Nach dem ersten Tauchgang gab es Lunch, kaltes Salatbuffet und es ging nach kurzer Fahrt zum nächsten Tauchgang. Diesmal gab es wieder viel zu sehen, die DSC_1637 Strömung war aber etwas stärker und es war etwas anstrengender. Auch diesmal bekam ich eine Schildkröte zu sehen und einige Riesenmuscheln von etwa einem Meter Länge, die bei Berührung zuschnappten. Schade, dass die Farben auf den Bildern nicht so gut rüber kommen. Der Tauchgang war etwas länger als der erste. Wieder an Board ging es langsam zurück zum Hafen, die Fahrt war diesmal noch holpriger und als ich befürchtete, die Wirkung der Tablette würde nachlassen, waren wir wieder im Hafen CIMG7789und in die Stadt. Wir sind dann irgendwie in einem indischen Restaurant gelandet. Es war ziemlich gewöhnungbedürftig, ziemlich scharf und auch nicht üppig. Glücklicherweise war gegenüber ein McD und nach einem Quarterpounder sieht die Welt wieder ganz anders aus…

Der fünfte und letzte Tag in Cairns ermöglichte aufgrund des besseren Wetters CSC_1650 einen Besuch am Strand, der kilometerlang und menschenleer war, also wie fast alle Strände in Australien ;). Der Sand war nicht ganz so fein wie auf den Whitsunday Islands und der Wind war recht frisch, aber für ein Sonnenbad hat es gereicht. Nach einem kurzen Zwischenstopp am Airport, um die Formalitäten der Autorückgabe zu klären, sind wir ein letztes Mal Einkaufen gefahren und danach das Auto zurückgebracht. Und dann ging es schon ans packen, den morgen fährt der Zug nach Brisbane.

DSC_1517 Cairns war von Airlie Beach nur eine Tagesfahrt entfernt und so schafften wir es am Sonntag Abend bis nach Cairns. Unser Wohnung in den Tropical Towers ist größer und besser als jene in Airlie Beach und hat eine voll ausgestattete Küche. Da Cairns das Ende der Reise an der Ostküste Australiens ist, bleiben wir hier sieben Nächte.

Sonntag, nachdem alle ausgeschlafen hatten, sind wir in die Innenstadt gefahren. Cairns ist mit etwa 80.000 Einwohner eine der Großstädte an der Ostküste und bei Urlaubern sehr beliebt. DSC_1582 Die vielen asiatischen Schriftzeichen in den Souvenir-Läden lassen auf viele asiatische Besucher schließen und nach ein paar Stunden in der Stadt wurde der Eindruck bestärkt, es gab viel mehr Asiaten als in jedem anderen Ort, den ich bisher in Australien besucht habe. Cairns selber ist stark auf junges Publikum ausgerichtet, es gibt mehrere große Kneipen, die wir schon eher als Diskotheken bezeichnen würden, auch wenn dieses Konzept hier nicht wirklich DSC_1526 weit verbreitet ist. Das Wetter war leider nicht sonderlich gut, es war mit 20°C und Wolken zu kalt um an den Strand zu gehen. So verbrachte ich den restlichen Tag in der Stadt. Das am Bahnhof gelegene Einkaufszentrum war leider größtenteils geschlossen, nicht verwunderlich, da es Sonntag war und die australischen Öffnungszeiten meist noch schlechter als jene in Deutschland sind.

DSC_1530 Später am Abend sind wir in ein Souvenir-Einkaufszentrum gegangen, in dessen hinteren Teil sich ein Footcourt befunden hat. Dort konnte man sich für günstig Geld einen Teller an einem Buffet befüllen, also wie zuhause in der Mensa. Und meine Künste, einen Teller mit viel Inhalt zu befüllen, sind ja berüchtigt…

Der nächste Tag, Montag, war vom Wetter her genauso schlecht wie der vorhergehende, so entschloss ich mich, den Tag im Hotel zu verbringen. Habe mir an der Rezeption ein Netzwerkkabel ausgeliehen um eventuell ins Internet zu gehen. Leider war der Preis mit 24,95 $ für 24h nicht nur extrem hoch, sondern gab es noch ein Traffic Limit von 100 MB, so dass ich mich dagegen entschied. Aber google.com war kostenlos erreichbar und mit einem Trick konnte ich zumindest eingeschränkten Zugriff erhaschen.

DSC_1587 Schlechtes Wetter hin, schlechtes Wetter her, heute musste ich wieder raus und da bot sich der Ausflug in den Daintree Rainforest an, der uns Nahe zum Port Douglas führte, was etwa 100 km von Cairns entfernt ist. Nach einer interessanten Autofahrt an der Küste, die teils sehr kurvig war, hielten wir Nahe der Fähre zum Cape Tribulation. Dort machten wir eine etwa 90minütige Rundfahrt auf dem Daintree River um ein paar der ansässigen Tier- und Pflanzenarten zu beobachten. DSC_1592 Wirklich spannend war es nicht, auch wenn wir einige Krokodile zu sehen bekamen, von denen das größte Exemplar etwa zwei Meter lang war.

Mit dem Auto sind wir nach der Flussrundfahrt mit der Fähre über den Fluss gefahren und weiter durch den Regenwald zum nächsten Lookout. Die Fahrt erinnerte etwas an Fraiser Island, auch wenn der Sand fehlte. Aber der Weg war ungefähr genauso kurvig und rechts und links war nur Urwald. Wir fuhren weiter zur Cow Bay, einem menschenenleeren,  CIMG7783 kilometerlang Sandstrand, in den einige Rinnsale mündeten. Beeindruckend, auch wenn Schwimmen aufgrund der Krokodile und Quallen nicht empfohlen wird. Aber bei dem Wetter kam das sowieso nicht in Frage.

Auf dem Weg zurück haben wir Halt am Daintree Discovery CIMG7787Centre gemacht, das leider mit 33$ pro Person viel zu teuer war, dafür dass man nur ein bisschen durch den Regenwald laufen kann. Aber ein paar 100 Meter entfernt konnte man  kostenlos durch den Regenwald laufen. War übrigens das vierte Mal. Aber jedes Mal ist etwas anders, auch wenn der Unterschied zum vorherigen, ich glaube es war Hervey Bay, nicht so groß war. Abgesehen von einem kurzen Halt bei Woolworth um einzukaufen sind wir auf direktem Weg zurück gefahren, all die kurvigen Straßen zurück…

CIMG7754 Nachts lies mich ein lauter Knall hoch schrecken. Im Halbdunkel umsehend konnte ich nichts besonderes feststellen. Die Geräusche unterschieden sich in keiner Weise von denen, die nachts normalerweise zu hören sind. Keine Sirenen, kein Geschrei oder gar ein zweiter lauter Knall. So schlief ich wieder ein, ohne nachts durch ein ähnliches Ereignis wieder aufgeweckt zu werden.

Ich stand etwas früher als sonst auf, denn es stand der Trip zu den Whitsunday Islands an. Und während wir einige Sachen zusammen packten, klärte sich auch woher der Knall letzte Nacht kam: Die Cola-Dose im Eisfach ist explodiert…

CIMG7765 Kurz darauf sassen wir im Bus zum Hafen und bestiegen danach ein kleineres Boot, auf dem sich neben uns weitere 30 Passagiere befanden, die alle mit uns die Tour machen wollten. Unter der fünf-köpfigen Crew befanden sich sogar eine Deutsche, die auf dem Boot seit zwei Monaten arbeitete. So stachen wir dann in See und hatten etwa zwei Stunden Bootsfahrt vor uns, bevor wir das erste Mal an Land konnten. Vom Boot aus ging es mit einem kleinen Landungsboot an einen relativ unspektakulären Strand. Von dort aus mussten wir auf einem etwas holprigen, mit vielen großen Felsbrocken DSC_1379gepflasterten Weg etwa einen Kilometer zu einem Lookout. Der anfängliche Eindruck des Strandes hatte getäuscht, vom Lookout sass man kilometerlange Sandstrände an mehreren malerisch gelegenen Inseln. Aber ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Nebenbei habe ich noch gelernt, dass die Zusammenklumpungen von Blättern an den Bäumen Ameisennester sind und ihre Bewohner im Hinterteil Zitronensäure enthalten und somit sehr sauer schmecken (habs probiert).

DSC_1401 Danach ging es runter an den Strand. Ich hätte kaum geglaubt, dass etwas die Strände auf Fraisier Island schlagen kann, aber dieser hier war noch viel besser. Der Sand war unglaublich fein und rein. Zudem passte das Wetter, so dass ich ein paar Meter habe Schwimmen können. Da grad Ebbe war, konnte man beqeuem durch die Bucht warten. Anfangs wunderte ich mich, dass dort unter Wasser Felsen waren. Noch mehr verwunderte es mich, als sich die Felsen bewegten. Erst dann wurde mir klar, dass es sich um Rochen handelte mit etwa 50 cm Spannweite.

CIMG7779Leider war unser Aufenthalt auf der Insel viel zu früh vorbei und wir wurden mit dem Beiboot wieder eingeschifft. Aber zum Trost gab es Lunch, so konnten wir uns mit dem Salatbuffet ablenken. Schade nur, dass es kein vernünftiges Dressing gab. Ketchup und Majo passen einfach nicht zu Salat…

Auf dem Weg zum nächsten Halt hatten wir das unglaubliche Glück, zweimal Wale zu beobachten. Normalerweise sieht man auf solchen Touren überhaupt keine Wale. Davon, dass sich in diesen Gewässern nicht nur Wale herumtreiben, konnten wir am nächsten Stopp DSC_1470 überzeugen. Hier gingen wir vor Anker und ins Wasser. Nahe am Ufer befand sich ein Riff mit vielen Fischen und Pflanzen. Mit Flossen und Taucherbrille konnte man die Unterwasserwelt sehr gut besuchen, auch wenn es davon keine Fotos zum Beweis gibt. Nahe am Boot fand sich im Laufe der Zeit ein Schwarm Napoleon-Fische ein, wie auf dem Foto zu sehen. Die kleineren Exemplare sind die Männchen und der große, etwa 100x so groß wie die kleineren Exemplare ist das Weibchen des Schwarms. Man konnte so direkt im Fischschwarm schwimmen, so lange man keine Angst vor dem etwa einen Meter langen, aber völlig harmlosen Weibchen hatte.

DSC_1508 Nachdem diesem Halt zum Schnorchen ging es wieder zurück in den Hafen, wo wir zurück ins Hotel gebracht wurden. Nachdem irgendwie auf den zwei Herdplatten ein Abendessen für fünf Personen gezaubert wurde, war der Tag auch schon vorbei und morgen geht es weiter nach Cairnes…

Der Weg nach Airlie Beach

DSC_1299 Nach drei Nächten in Hervey Bay mussten wir weiter Richtung Cairnes. Die restlichen 1400 km müssen auf dem Bruce Highway zurückgelegt werden, der meistens mit einer deutschen Landstraße vergleichbar ist, dank des geringen Verkehrs kommt man gut voran. Gegen Abend wurde es langsam Zeit eine Unterkunft zu suchen, leider befanden wir uns mitten in der Pampa, 100 km vor und hinter uns keine Siedlung. Als wir dann später St. Lawrence erreichten, waren wir froh in dieser Siedlung eine Unterkunft zu finden. Das Hotel mit angeschlossener Bar entsprach so ziemlich genau meinem Klischee für einen Saloon im DSC_1297 wilden Westen. Ein paar seltsame Gäste, die schon um 20 Uhr stockbesoffen waren und in ihr Zimmer wankten und eine Jukebox, die für ein paar Münzen Musik spielt. Die Zimmer, in denen wir nächtigten, waren kaum mehr als ein Holzverschlag, mit unbequemen Betten und deutlich benutzten Bettdecken und Handtüchern. Immerhin gab es Strom und sogar ein Klo außerhalb des “Hotels”. War bisher die schlechteste Unterkunft, in der wir übernachtet haben. Aber im Gegensatz zum Hostel an der Great Ocean Road war es warm und man konnte gut schlafen. Ich muss gestehen, ich habe in DSC_1305 Australien schon unbequemer geschlafen und irgendwie hatte die Unterkunft etwas abenteuerliches. Auch mein Essen war ok, eine Grillplatte für 20$ bestand mind. einem Kilo verschiedener Fleischsorten neben einem Hauch von Salat. Vermutlich das ideale Essen für Thorsten. Das wir uns im Jahr 2008 befanden, lies sich nur an wenigen Dingen feststellen. Zum einen telefonierten dort Menschen mit Handys und außerdem befanden sich in der Video-Jukebox mehrere aktuelle Titel aus diesem Jahr. Aber trotzdem war die Unterkunft ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte ;).

DSC_1317 Am nächsten Tag sind wir so früh wie noch nie abgefahren. Schon um 8 Uhr saßen wir im Auto und waren wieder auf der Landstraße auf der Suche nach der nächsten Tankstelle. Ärgerlicher Weise waren nur 50km weiter bessere Unterkünfte, aber dafür war es jetzt zu spät. Da wir gestern schon ziemlich weit gefahren waren, brauchten wir nur noch etwa 3 Stunden um in Airlie Beach anzukommen. Dort hatten wir eine kleine Ferienwohnung direkt in der Stadt und mit Blick auf den Hafen und den Strand. Leider war das Wetter nicht wirklich gut zudem war ich durch die anderen Strände in Hervey Bay und so ziemlich verwöhnt. Die Gezeiten waren hier auch ziemlich stark, so dass bei Ebbe die Bucht im Trockenen lag.

DSC_1329 Airlie Beach ist das Ziel vieler Backpacker-Touristen, die von hier eine Tour zu den Whitsunday Islands machen. Das Publikum war bedeutend jünger als in den anderen Städten, in denen ich vorher war. Airlie Beach selber ist keine große Stadt. Entlang der Hauptstrasse befinden sich etwa 2 km lang Einkaufsmögklichkeiten, Reisebüros und einige Internet-Cafés. Die Stadt schafft man in etwa 2 Stunden… Aber viel los ist nicht wirklich und der zweite Tag in Arilie Beach war ziemlich langweilig und von schlechtem Wetter begleitet. So gab es nur eine Möglichkeit: Eine Tour zu den Whitsunday Islands…

DSC_1157 Es war früh, sehr früh. Um 6.20 Uhr holte uns der Bus am Hotel ab und brachte uns zum Hafen, wo die Fähre nach Fraiser Island auf uns wartete. Mit uns kamen noch ein paar mehr Touristen und nach etwa einer Stunde Fahrt befanden wir uns auf der größten Sandinsel der Welt, seit ‘92 Teil des Weltkulturerbes und mit ziemlich großer Sicherheit der längste Sandstrand der Welt mit etwa 72 km. Wir landeten am Pier des einen der beiden Hotels auf der Insel, wo wir in einen Bus umgestiegen sind. Kurz darauf waren wir unterwegs, quer durch den Dschungel auf einer schmalen, holprigen Sandpiste. Hatte etwas von Safari. CIMG7740 Unsere Tour wurde von einem Ranger begleitet, der abwechselnd mit dem  Guide alles mögliche erzählte. Besonders warnte er uns vor den Dingos, eine, von den Aboriginis eingeschleppte Tierart, die Hunden nicht unähnlich ist und sich besonders gerne von Nahrungsmitteln ernährt, die Touristen mitbringen, angeblich manchmal auch von deren Kindern. Dabei legen sie viel Geschick an den Tag und können sogar Kühlboxen öffnen. Füttern ist strengstens verboten, um die Population unter Kontrolle zu halten. Zudem werden dann die Dingos aggressiv, wenn sie wider erwarten nicht von Touristen gefüttert werden.

CIMG7736 Nach der Fahrt durch die Insel kamen wir an der anderen Seite an die Küste. Hier beginnt ein offizieller Motorway, der am Großteil der Küste Fraiser Island verläuft. Auf Fraiser Island bildet sich durch den Regen, der direkt durch den Sand versickert, eine unterirdische Süßwasserblase, die bis zu 100 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Dadurch fließt an sehr vielen Stellen am Strand Süßwasser ins Meer. Das meiste sind nur kleine Rinnsale, aber es gibt auch einige größere Bäche, durch einen davon kann man einige 100 Meter ins Landesinnere waten, das Wasser ist kühl aber höchstens 50 cm tief. Der Fluss ist Dank des sandigen Untergrunds angenehm zum Laufen.

DSC_1188 Nach einigen weiteren Zwischenhalten an mehr oder weniger beeindruckenden Steinen und Felsen sind wir zu einen verrostenden Schiffswrack gefahren. Bei dem Versuch, das außer Dienst gesellte Schiff 1950 nach Japan zum Verschrotten zu verschiffen, löste es sich in einem Sturm und lief an Fraiser Island auf Grund. Nachdem das Militär das Wrack als Zielübung benutzt hatte und aufgrund des fortgeschrittenen Verfalls, ist heute nicht viel mehr als ein verrostetes Skelett übrig, dass aber an dem sonst relativ eintönigen Strand einen interessanten Kontrast liefert.

DSC_1232 Nachdem wir Lunch im anderen, älteren Hotel der Insel zu uns genommen haben, sind wir ins Inselinnere gefahren, um an dem ehemaligen Zentrum der Holzfällersiedlung ein paar Meter durch den Regenwald zu laufen. Diesmal war es sogar am Regnen, es war feucht und warm und es unterschied sich zu beiden anderen Regenwäldern, die ich bisher gesehn habe. Die Bäume, die hier wachsen, eignen sich hervorragend für Schiffsmasten, da sie sehr hoch und gerade gewachsen sind. Daher auch die Holzfällersiedlung auf der Insel. Der letzte Baum wurde im Jahr 1932 gefällt und heute ist so gut wie nichts von der Holzfällersiedlung übrig.

DSC_1249 Im Inneren der Insel befinden sich mehrere große Süßwasserseen, der größte, der Lake MacKansy war unser nächstes Ziel. Hier findet man schöne, lange Stände aus sehr schönen, weisen Sand. Das Wasser war kühl, aber nicht zu kühl zum Baden. Ohne Brandung und dank des Süsswassers fand ich es dort sogar noch besser als am Strand von Hervey Beach. Leider war der Aufenthalt zeitlich knapp bemessen, nach einer Stunde ging es zurück zum Landungssteg, wo unser Schiff mit der Sonne im Rücke zurück nach Hervey Bay fuhr.

Hervey Bay

DSC_1122 Nach drei Nächten in Port Macquarie ging es morgens früh weiter mit dem Auto. Sind wieder den ganzen Tag gefahren und Abends in der Nähe von Surfer’s Paradies geblieben. Das Motel sah ähnlich aus wie ein Raum, in dem die Toten aufgebahrt werden, um von ihnen Abschied nehmen zu können. Aber naja, für eine Nacht kann man ruhig schlafen wie ein Toter. Zum Abendessen sind wir vor Ort in eine vielfach ausgezeichnete Pizzeria gegangen. “Meat Lovers” in “Large” bestand wirklich nur aus Fleisch. Selbst die Tomatensoße wurde durch Schinkenwürfel ersetzt. Hat aber nicht soo gut geschmeckt, aber was hab ich erwartet, das hier ist Australien und nicht Italien.

DSC_1138 400 km weiter an Ostküste Australiens findet sich Hervey Bay, eine kleine Stadt, die viele Touristen anzieht, ganzjährig, da eigentlich immer gutes Wetter ist. Jetzt, im Winter, ist es angenehme 24°C. Die Unterkunft, “La Mer”, war genauso gut wie die in Port Macquarie, große Küche mit Geschirrspüler, Waschmaschine, Trockner, mehrere Schlafzimmer und ein geräumiges Wohnzimmer. Lies sich also aushalten.

DSC_1108 Am nächsten Morgen, nachdem wir ausgeschlafen hatten, ging es an den Strand, der direkt gegenüber vom Hotel war. Das ist aber nichts besonderes, denn die Stadt besteht aus ziemlich genau einer Straße, die direkt an der Küste verläuft. Auf der einen Seite stehen die Hotels, auf der anderen ist der Strand und das Meer. 20 km Sandstrand ist schon beeindruckend. Zudem ist die Brandung sehr gering und man muss mind. 100 Meter laufen, um bis zum Bauch im Wasser zu stehen. Ein sehr schöner Strand, kann man ja auch auf den Bildern sehen. Und auch das Wetter hat mitgespielt, so dass ich einen Tag am Strand verbringen konnte. Diesmal kein umfangreiches Programm, schließlich muss man sich auch mal von der Reise erholen und außerdem geht es morgen früh raus, nach Fraser Island.

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